Ladungssicherung Grundlagen - Berufskraftfahrer Fachwiki

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Ladungssicherung Grundlagen

Ein Lkw-Fahrer weiß, worauf es ankommt

Wer trägt Verantwortung bei Ladung und Sicherung?

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Ich als Kraftfahrer, Transporteur und Verlader! In der Praxis sind das wir Lkw-Fahrer und diejenigen, die unser Fahrzeug beladen bzw. uns die Ladung zur Verfügung stellen (Absender). Denn nur wir, die direkten Einfluss auf die tatsächliche Beladung vor Ort haben, können die Ladungssicherungsmaßnahmen durchführen, und das sollte gemeinsam geschehen. Somit wird die Ladungssicherung mit den Verantwortlichkeiten gewährleistet.

Warum Ladungssicherung betreiben?
Aus Gründen der Verkehrs- und Arbeitssicherheit ! Wenn wir auf Achse sind, wollen wir sicher am Ziel ankommen. Wenn wir das schaffen, ist unterwegs auch nichts passiert, was wir zu verantworten hätten. So nebenbei werden auch Transportschäden vermieden, die in der Summe jedes Jahr mehrere 100 Millionen EURO betragen; das motiviert zusätzlich.

Was muss der Verlader beachten?
Die beförderungssichere Beladung der Fahrzeuge. Dazu gehört das Stauen der Ladung sowie das Sichern auf dem Fahrzeug, und zwar so, dass die Ladung beim Transport nicht beschädigt wird. Dabei ist auch die Methode der Ladungssicherung auszuwählen, und es sind die erforderlichen Sicherungskräfte zu berechnen.

Was müssen wir Fahrer beachten?
Die betriebssichere Beladung der Fahrzeuge und die Ladungssicherung. Dazu zählen:
- Einhaltung der zulässigen Abmessungen und Achslasten
- Durchführung/Kontrolle der Ladungssicherungsmaßnahmen
- Unterwegskontrollen, z.B. Nachspannen der Zurrmittel

Irrtümer, die zur Sorglosigkeit verleiten!
Die Ladung ist so schwer - die kann gar nicht verrutschen!- Falsch!
Ob ein Ladegut rutscht oder nicht, ist unabhängig von seinem Gewicht. Je schwerer ein Ladegut ist, umso größer müssen die Sicherungskräfte sein, die es auf der Ladefläche halten.

Die Ladung ist so schwer - die kann gar nicht kippen! Falsch!
Ob ein Ladegut kippt oder nicht, ist unabhängig von seinem Gewicht. Entscheidend ist einzig die Lage des Schwerpunktes zur Kippkante.

Ist eine Ladung mit einem Zurrgurt für 5000 daN Zugkraft in der Umreifung niedergezurrt, sind 5 Tonnen Ladungsgewicht abgesichert! - Falsch!
Beim Niederzurren sichert einzig und allein die im Zurrgurt durch die Ratsche aufgebrachte Vorspannkraft die Ladung gegen Verrutschen.

Seitlich wird meine Ladung ja durch die Plane gehalten! - Falsch!
Fahrzeugplanen sind keine Ladungssicherungshilfsmittel! Nur in Verbindung mit einem ausreichend starken Fahrzeugaufbau (Spriegellatten, Rungen) können sie notwendige Sicherungskräfte aufnehmen.

Regeln, die einzuhalten es sich lohnt! 1. Ladegüter sind auf der Ladefläche immer so anzuordnen, dass die zulässigen Achslasten eingehalten werden.
2. Für jedes Ladegut ist der Sicherungsbedarf gegen Verrutschen, Verrollen, Umkippen oder gar Herabfallen zu ermitteln.
3. Die Ladegüter müssen den Belastungen aus Stapelung, Transport und Ladungssicherung standhalten.
4. Eine hohe Reibung zwischen Ladegut und Ladefläche sowie zwischen den einzelnen Ladegütern unterstützt alle Verfahren der Ladungssicherung.

Deshalb, bei der Ladungssicherung sollte man so vorgehen:
Heranladen an die Laderaumbegrenzungen, wo immer es möglich ist oder zusätzliche, fest mit dem Fahrzeugaufbau verbundene Begrenzungen (z. B. Steckrungen, Keile usw.) einbringen.

Wichtig ist es auch, einen hohen Reibwert durch z.B. rutschhemmendes Material (RHM; z. B. Antirutschmatten) sicherzustellen.

Die Häufigkeit der Unterwegskontrollen durch den Lkw-Fahrer richtet sich nach der Art der Ladung und den Straßenverhältnissen und ist individuell festzulegen.

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