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Assistenzsysteme

Navigationssysteme

2010 gingen laut einer Hochrechnung des Marktforschungsunternehmens GfK 3,45 Millionen tragbare Navigationsgeräte (PND) in Deutschland über den Ladentisch. Von besonderem Nutzen ist vor allem die Versorgung mit aktuellen Verkehrs- und Baustelleninformationen. Mit oft kostenpflichtigen Abos können die Karten regelmäßig aktualisiert werden.

Ergänzt wird das Material mit aktuellen Meldungen von Staus, Baustellen und anderen Verkehrsstörungen der Systeme Traffic Massage Channel (TMC) und TMCpro. Die aktuellen Verkehrsdaten werden dabei von Verkehrssendern ausgestrahlt oder von speziellen Fahrzeugen, so genannten Floating Cars, und von tausenden Sensoren gesammelt, die an Autobahnbrücken befestigt oder in Fahrbahnen eingelassen sind.

Ein ähnlicher Service ist HD Traffic, bei dem laut Anbieter alle drei Minuten Verkehrsaktualisierungen direkt auf das Gerät übertragen werden. Außerdem können mit historischen Verkehrsinformationen die Routenberechnungen in Abhängigkeit von Uhrzeit und Wochentag verbessert und die geschätzte Ankunftszeit genauer vorhergesagt werden. Ein Anbieter ergänzt das System mit Informationen, die von den eigenen Kunden gesammelt werden, eine so genannte lernende Navigation.

Die Gestaltung des Kartenmaterials ist dagegen von Hersteller zu Hersteller verschieden. Den meisten Navigationsgeräten gemeinsam ist jedoch immer die realistischere und detailgetreue Darstellung, beispielsweise eine 3D-Gebäude- und Geländeansicht die Ansicht in Kombination mit dem Fahrspurassistenten, der den richtigen Weg weist, Luftbildkarten, die das Straßennetz von oben zeigen.

Der Trend geht außerdem hin zu größeren Displays. 3,5 Zoll große Geräte werden immer seltener, während sich eine Diagonale von 5 Zoll zum Standard entwickelt. Einige Hersteller bieten bereits 7-Zoll-Displays an. Zum Standard gehört inzwischen die Funktion „gesprochene Straßennamen“ (Text-to-Speech). Umgekehrt können viele Navigationsgeräte durch die Sprachsteuerung mit der eigenen Stimme gesteuert werden.

Achtung, nicht alle angebotenen Funktionen sind erlaubt! Die Warnung vor „Geräten zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen“ ist laut Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung in Deutschland verboten. Allein durch die installierte Software im Navigationsgerät gilt die Funktion als betriebsbereit Wer sich damit erwischen lässt, riskiert ein Bußgeld von 75 Euro und vier Punkte in Flensburg.

Fahrspurassistenten

Diese Helfer erkennen Position und Ausrichtung eines Kfz auf der Fahrbahn und sorgen dafür, dass ein Pkw beispielsweise seine Spur hält oder dass beim Wechseln in eine andere Fahrspur alles reibungslos verläuft. Die Assistenten beobachten dabei mit optischen Sensoren oder Infrarot die Straße und bestimmen regelmäßig die Position des Fahrzeugs sowie insbesondere seinen jeweiligen Abstand zu den Fahrbahnmarkierungen.

Lenkradvibrationen

Unterschreitet dieser Abstand die als sicher eingestufte Entfernung, so wird der Fahrer durch optische oder akustische Signale oder durch Lenkradvibrationen alarmiert. Der sogenannte Spurhalteassistent greift dabei sogar in die Lenkung ein und korrigiert die Fahrtrichtung. Durch Betätigen des Blinkers wird dieser Helfer deaktiviert. Bei Spurwechseln auf mehrspurigen Straßen ist der Totwinkelassistent hilfreich. Mittels Kameras, Radar oder Laserscanner beobachtet das Gerät die Bereiche direkt hinter und neben dem eigenen Auto und warnt vor drohenden Kollisionen.

Bremshelfer

Assistenten dieser Kategorie unterstützen den Fahrer beim schnellen und sicheren Anhalten. Der Bremsassistent erkennt anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal betätigt wird, sowie anderen Parametern, ob eine Gefahrenbremsung nötig ist und erhöht dann den Bremsdruck auf den maximal möglichen Wert. Im Zusammenspiel mit dem klassischen ABS wird dabei ein Blockieren der Räder verhindert.

Radar und Laser

Andere Bremshilfen gehen weiter und reagieren nicht nur auf das Verhalten des Fahrers, sondern beobachten selbst mittels Radar oder Laser die Umgebung. Sie warnen den Fahrer vor Hindernissen auf der Straße, kreuzenden Autos oder Fußgängern und leiten bei akuten Gefahrensituationen automatisch Bremsvorgänge ein. Einige dieser Helfer funktionieren aber nur innerhalb bestimmter Geschwindigkeitsbereiche. Die Aktivierung der Notbremsfunktion führt bei manchen Automobilen außerdem automatisch zu weiteren Maßnahmen wie dem Straffen der Gurte oder dem Schließen der Fenster und des Schiebedachs.

Lichtassistenten

Vor allem nachts sind die Sichtverhältnisse auf unbeleuchteten Landstraßen nicht immer optimal und ein großer Unsicherheitsfaktor. Abhilfe schafft hier das sogenannte Kurvenlicht. Dieses ist zurzeit in zwei grundlegenden Varianten verfügbar. Beim statischen Kurvenlicht wird eine separate Lichtquelle zum normalen Abblend- oder Fernlicht dazu geschaltet und beleuchtet den Bereich seitlich vor dem Fahrzeug. Diese Funktion ist insbesondere beim Einbiegen in eine Einfahrt hilfreich. Das dynamische Kurvenlicht ist hingegen für Kurven mit größeren Radien vorgesehen, die mit Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometern durchfahren werden. Bei dieser Lösung wird das komplette Scheinwerferlicht horizontal in Kurvenrichtung geschwenkt und leuchtet so die gekrümmte Fahrspur deutlich besser aus als herkömmliche Scheinwerfer.

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